"Ich bin keine Reichsbürgerin!“ Johanna Findeisen.

von Stef Manzini (Kommentare: 1)

(Bild: Privat)

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  • Johanna Findeisen aus Frickingen steht unter dem Verdacht des Hochverrats vor Gericht in Frankfurt.
  • Detaillierte Stellungnahme der Verteidiger Ute Mannebach und Martin Schwab werden am Freitag veröffentlicht.
  • Politikerin von “dieBasis” distanziert sich auf das Schärfste von bisheriger Berichterstattung in den Mainstream-Medien.
  • Brief der Angeklagten, in dem sie Entsetzen über mediale Hetze äußert, liegt stattzeitung.org vor.
  • Auftakt des sogenannten “Reichsbürger-Prozesses” war am 21. Mai 2024 vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

"Der Staat gegen seine Feinde“, ist die Überschrift eines Artikels von Ulrike Bäuerlein (Südkurier, 17. Mai 2024) in dem sich die Verfasserin in süffisanter Weise darüber auslässt, was der "Reuß-Gruppe“ in Frankfurt jetzt bevorsteht. "Da werden sie jetzt bald residieren... die verhinderten neuen Herrscher... auf einem staubigen Areal... sie einte der Hass auf den Staat“ ("Putschpläne kommen vor Gericht“, 29. April 2024), stellt auch der hiesige Lokalredakteur dieser Zeitung larmoyant fest, freilich ohne jemals mit Johanna Findeisen gesprochen zu haben.

Das ist billige Vorverurteilung, unappetitliche Fantasie, und regelrecht obszön-hetzerische Aufmachung. Diese alten Medien sind zur Aufrechterhaltung ihrer Macht- und Geldflüsse auf derartige Propaganda angewiesen. Verspielt haben sie sich in der "Corona-Zeit“ den Zugriff auf seriöse Quellen, da sie mit bekannt mangelnder Fairness zu viele Menschen beschädigt haben.

Zum Prozessauftakt gegen Johanna Findeisen sind in Frankfurt 59 Plätze für Pressevertreter vorgesehen. stattzeitung.org wird den Prozess mit seinen wöchentlichen Terminen nicht direkt vor Ort medial begleiten. Unsere Redaktion steht aber in Verbindung zu Findeisens Anwälten- und kann daher Fakten liefern, statt abschreiben, spekulieren, Stimmung machen. Weiter erscheint es in diesem Zusammenhang wichtig zu sein, einmal klarzustellen: Das Urteil über Johanna Findeisen und alle weiteren Angeklagten obliegt dem hohen Gericht, möge es gerecht urteilen! Es kann immer noch auf "Freispruch“ lauten. Es ist daher unerträglich, dass die alten unseriösen Medien, einseitigen Politik-Interessen folgend "in dubio pro reo“ längst in ein: "das Gericht folge dem bereits gefällten (Vor-)Urteil der Mainstream-Presse“ umgewandelt haben. Derartige Ignoranz und Respektlosigkeiten gegenüber Menschen und Institutionen sind viel eher ein Ausdruck von "Hass auf den Staat“.

So fällt es also den neuen seriösen Medien zu, regelrecht einzutreten für die Fakten, und auch für eine andere, eine zweite Sicht auf Menschen wie Johanna Findeisen, die die alten Medien ganz bewusst verschweigen- oder zu denen sie nicht fähig sind, weil ihnen dazu Wege- aber auch Wille fehlen.

Verzeihen Sie mir, liebe stattzeitungs-Leser diese lange, lange überfällige- und daher dringend nötige Einleitung.

In einem Brief an einen Freund, der auf ihren Wunsch an stattzeitung.org weitergeleitet wurde, äußert sich Johanna Findeisen zu den Darstellungen in der Mainstream-Presse, besonders im hiesigen Lokalblatt. Sie sei bestürzt und auch sehr traurig, wie falsch dort über sie berichtet würde, heißt es da. Von einem Teilgeständnis und der Mitgliedschaft bei den "Reichsbürgern“ sei immer die Rede- dies sei so nicht wahr, erklärt Findeisen dazu.

Johanna Findeisen hat sich nie in die "Reichsbürger-Ecke“ stellen lassen, sagt Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Schwab, der sich auch als Verteidiger bei "Corona-Prozessen“ Ruf und Ruhm erworben hat. Darauf bauen Findeisens Anwälte ihre Verteidigung auf: "Unsere Mandantin ist keine Reichsbürgerin. Sie hat sich vom Reichsbürger-Gedankengut stets distanziert. Wir nehmen mit Entsetzen zur Kenntnis, wie wenig in der Medienberichterstattung dem Umstand Rechnung getragen wird, dass die Angeklagten in diesem Verfahren sowie in den Parallelverfahren vor dem OLG Stuttgart und dem OLG München keinen einheitlichen weltanschaulichen Hintergrund haben“, so das Statement dazu vom Verteidiger Prof. Dr. Martin Schwab. Umfangreiche Erklärungen von Johanna Findeisens Anwälten, bezugnehmend auf mehrere Aspekte dieses Prozesses veröffentlichen wir Freitag in stattzeitung.org.

Die erfahrene Strafverteidigerin Ute Mannebach spricht von enorm erschwerten Bedingungen, unter denen das Verteidiger-Team arbeiten muss. Dazu gehört sicherlich auch die regelrechte Überflutung mit Datensätzen, wie 90 Aktenordner in Form von digitalen Dateien, die ihr in unregelmäßigen Abständen von den Anklägern der Generalbundesanwaltschaft auf den "Schreibtisch“ geschmissen werden.

Menschen, die Findeisen persönlich kennen, oder einen ihrer Demo-Auftritte erlebten, können der zierlichen Frau kaum die Gefährlichkeit unterstellen, die Innenministerin Nancy Faeser zu erkennen glaubt. Es bleibt in diesem Zusammenhang einmal festzuhalten, dass es bis zum heutigen Tag keinen einzigen Fall von Sachbeschädigung oder gar Körperverletzung durch Johanna Findeisen gab. Eine neue Armee für Deutschland, eine Verschwiegenheitserklärung, die die Todesstrafe beim Verrat der Geheimnisse vorsieht, das Horten von Waffen, die Gründung eines "Schattenkabinetts“, an dem Findeisen die Familienministerin werden sollte und Weiteres mehr, und schließlich dann der Umsturz selbst, also ein hochverräterisches Unternehmen, sind die Straftatbestände, die der Generalbundesanwalt den Angeklagten- und somit auch Johanna Findeisen vorwirft, so kann man es den Mainstream-Medien entnehmen. Direkt sind die Anklagepunkte der Bundesanwaltschaft zu finden: https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=5bd3f031f1e0f91052733bb14a3335e5&nr=136066&pos=5&anz=29

Bei Terrorverdacht, geplanten Verbrechen wie Anschlägen, kann man das Bestreben der Dienste, Terrorgruppen schon im Vorfeld möglicher Aktivitäten, die Tatverdächtigen festzusetzen, auch gerade aufgrund der "NSU-Morde“, nachvollziehen. Beim Stichwort "NSU“, auf deren Konto neun Morde gehen, kommen allerdings auch sofort das Versagen der Behörden, sowie eingeschleuste V-Leute des Verfassungsschutzes in Erinnerung- nicht gerade eine Visitenkarte für die deutschen Behörden, Geheimdienste und die Justiz.

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte zum Prozessauftakt in Frankfurt im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, die Vorhaben der Angeklagten hätten wohl zu keinem Erfolg führen können.

Johanna Findeisen hatte oft die natürliche und gesunde Entwicklung sowie das Wohlergehen von Kindern als Schwerpunkt-Thema in ihren Demo-Reden, die sie immer wieder mit einem Gedicht von Charlie Chaplins über die Liebe beendete. Die "Lächerlichmachung“ besagten Lokalredakteurs zum Thema "Institutionelle Gewalt gegen Kinder“ ist so gefährlich wie das Thema selber. Im Artikel vom 29. April spricht er in diesem Zusammenhang von angeblichen Pädophilenringen und greift als Beispiel den Fall "Nathalie“ aus der Schweiz heraus. Ein Gespräch mit Dr. Andrea Cristidis, forensische Gutachterin, Psychotherapeutin und Gründerin der Gesellschaft "Axion Resist“ würde vielleicht auch hier eine erweiterte Sicht erlauben.

Andrea Cristidis stellt fest: "Systemisch werden in Deutschland Kinder unter Angabe falscher Tatsachen zwangsweise von ihren Eltern getrennt und isoliert, teilweise mit Gewalt deportiert. Mit den Kindern wird experimentiert, sie werden in multipler Weise wirtschaftlich, physisch und psychisch ausgebeutet- ja sogar getötet. Dieser institutionelle Missbrauch findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.“ stattzeitung.org hat über die erste Pressekonferenz von "Axion Resist" ausführlich berichtet, siehe hierzu ""Der Schlüssel zur Macht ist der Zugriff auf das Kind“, Pressekonferenz von "Axion Resist“.".

Ob es sich bei Johanna Findeisen um eine gefährliche Terroristin handelt, die mit den Mitangeklagten zusammen Land und Leuten Schaden zufügen wollte, oder bei dem ganzen Prozess gegen sie um einen beispiellosen Popanz, muss ein (hoffentlich) unabhängiges Gericht beurteilen. Ein Hinweis auf den Fall "Julian Assange“ sei aber erlaubt und anzumerken, dass schwedische und britische Staatsanwaltschaften und Richter auf Weisung von amerikanischen Politikern handeln, und Staatsinteressen verfolgen- die eigentlich keiner Gerichtsbarkeit standhalten. Julian Assange, der Gründer von Wikileaks sitzt ohne rechtliche Grundlage seit fünf Jahren in einem Londoner Hochsicherheitsgefängnis, (nachzulesen im Buch: „Der Fall Assange“, Nils Melzer, Völkerrechtler und ehemaliger UN-Menschenrechtsanwalt). Gedacht sei auch an unzählige "Corona-Prozesse“, in denen das Gericht bei seinen Urteilen jegliches Maß verlor. Auch Johanna Findeisen bekannte sich zur "mRNA-Impfverweigerung“ und gegen unnötige Lockdown-Maßnahmen.

Entgegen dem Lokalblatt "Südkurier“, und vieler weiteren Mainstream-Medien dergleichen verfügt stattzeitung.org nicht über höhere Erkenntnisse oder tiefere Einsichten zu diesem Fall, zumindest wird das ja der Mainstream-Leserschaft von den betreffenden Medien vorgespielt- auch oder gerade um eine bestimmte Klientel zu bedienen?

"Alles wie man's dreht und wendet, immer auf zwei Seiten endet“. Das zu schreiben, was die anderen sogenannten Qualitätsmedien verschweigen- oder auch einfach eine zweite Sicht auf Dinge zu zeigen- um es möglich zu machen, sich damit eine differenziertere Meinung bilden zu können, das verstehen die Journalisten von stattzeitung.org unter Journalismus. Alles andere ist es nicht.

Beschließen wir jetzt diesen Text mit den Worten eines Vaters, dessen Gedanken bei seinem Kind sind: "Ich wünsche meiner Tochter viel Kraft für alles, was ihr jetzt bevorsteht. Den Richtern wünsche ich, dass es ihnen gelingt, das Motiv zu finden, und nicht die Interpretation.“ Weise Worte!

Es ist auch weiterhin möglich, Briefe an Johanna Findeisen zu schreiben, über die sie sich sehr freut, und die ihr nach eigenen Aussagen viel Kraft spenden.

Johanna Findeisen
C/O JVA Frankfurt 3
Obere Kreuzeckerstr. 4
60435 Frankfurt am Main (Ortst. Preungesheim)

Information von Johannas Schwester:
„Bezüglich Briefsendungen an Johanna gibt es folgende Neuigkeiten. Wenn man ihr schreibt, darf man keine Briefmarken mehr mit dazu legen. Diese werden ihr derzeit sonst nicht ausgehändigt, sondern nur aufbewahrt. Da die Briefe ihr ohne Kuvert übergeben werden, muss der Absender immer auch mit auf dem Brief selber stehen“.

Zur Chronologie des Falles "Johanna Findeisen":

- Am 1. Juli 2022 trifft Johanna Findeisen den neuen russischen Generalkonsul Ivan Khotulev bei der Gedenkfeier der Flugzeugabsturz-Opfer in Überlingen am Bodensee.
- Im Sommer/Spätsommer 2022 wird Findeisen daraufhin nach Frankfurt ins russische Konsulat eingeladen. Eine Geste der Dankbarkeit, weil Findeisen bei der Gedenkfeier auch dem russischen Gesandten die Hand geschüttelt hatte, so ist später zu erfahren.
- Am Sonntag, dem 4. Dezember 2022 hält Johanna Findeisen in ihrer Eigenschaft als Mitglied des Landesvorstands der Partei "dieBasis" eine Demorede in Baden-Baden, auf Einladung des dortigen Ortsverbands. An diesem Sonntag besucht sie ebenfalls auf Einladung der Basis ein klassisches Konzert der "Deutsch-Russischen Kulturgesellschaft Baden-Baden". Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile hat der Bundesvorstand von "dieBasis“ Findeisen zum Austritt aus der Partei aufgefordert.
- Am Montag, dem 5. Dezember übergibt Findeisen einen Brief einer Assange-Aktivistin aus Überlingen an den Diplomaten Khotulev.
- Am Mittwoch, dem 7. Dezember erfolgt eine Hausdurchsuchung im Rahmen der "Razzien gegen Reichsbürger" in Findeisens Haus in Frickingen am Bodensee.
- Am 22. Mai 2023 erfolgt die Festnahme Findeisens, die Generalbundesanwaltschaft stellt sie unter den Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Seitdem sitzt Johanna Findeisen in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch-Gmünd.
- Seit dem 22. Mai 2023 sitzt Johanna Findeisen unter dem Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, und der Planung hochverräterischer Aktivitäten in Haft, zunächst in der JVA Schwäbisch Gmünd, aktuell in Frankfurt.
- Die Generalbundesstaatsanwaltschaft legt Findeisen eine "konspirative Nähe“ zur Führungsriege der sogenannten "Reichsbürger“ um Heinrich XIII. Prinz Reuß, Maximilian Eder, Birgit Malsack-Winkelmann und anderen sowie eine "Mitarbeit“ an Umsturzvorbereitungen der Bundesregierung vor.
- Der Prozessauftakt in Frankfurt am Main fand am 21. Mai 2024 vor dem dortigen Oberlandesgericht statt. Dazu wurde eigens eine mit Stacheldraht gesicherte Halle errichtet. Es ist dies der größte Prozess in Frankfurt überhaupt, den neun Angeklagten stehen 25 Verteidiger zur Seite, 260 Zeugen sollen einvernommen werden. Es wird erwartet, dass sich der Prozess über ein Jahr hinziehen könnte.
- Der Prozess gegen den "militärischen Arm“ der sogenannten "Reichsbürger" findet seit April in Stuttgart statt, ab dem 18. Juni wird am dritten Gerichtsort in München gegen weitere sogenannte Mitglieder der "Reuß-Gruppe“ verhandelt.
- Hochverrat wird in Deutschland mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren bestraft.



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Kommentare

Kommentar von George Baker |

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch wer die politischen Prozesse der vergangenen Jahre beobachtet, kann nicht so naiv sein, an eine unabhängige Justiz zu glauben. Die verkündeten Urteile sprechen für sich, sind meist Skandalurteile im Sinne der Ankläger und entsprechender Staatsorgane bzw. Blockparteien unter Missachtung vieler Verteidigungsmöglichkeiten nach Bestimmungen der StPO. Näheres erspare ich mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

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