Der schlimmste Mann im ganzen Land ist der Denunziant.

von Stef Manzini (Kommentare: 0)

Meinung

Der Kursaal in Überlingen wurde in den 1950ern gebaut. Seit 70 Jahren finden dort Veranstaltungen, auch politische Veranstaltungen, statt. Von 1966 bis 1978 war Hans Filbinger Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Seine politische Karriere endete in der sogenannten Filbinger-Affäre. Während seiner Zeit als Militärrichter bei der Kriegsmarine im Nationalsozialismus wurden vier fragwürdige Todesurteile vollstreckt, die Filbinger beantragt oder gefällt hatte. Hans Filbinger bestritt erst, sagte dann, er habe sie vergessen, hielt aber an der Rechtmäßigkeit der Urteile fest- und trat dann gezwungenermaßen zurück. Hans Filbinger war Mitglied der CDU. Noch in den 1960er und 70er Jahren waren viele "stramme Nazis“ in der Politik tätig, auch als Lehrer in Schulen, und in vielen anderen Institutionen und Gremien.

Wie kann jemand, der heute eine Veranstaltung im Überlinger Kursaal ausrichtet, sicher sein, dass während der vergangenen 70 Jahre keine Menschen dort anwesend waren, die man heute als Nazis bezeichnen würde? Wie kann man sicher sein, dass nicht Nazis sich dort versammelten, die beispielsweise der CDU angehörten? Die Stadtverwaltung Überlingen wäre mit dem Nachweis, dass so etwas nie geschehen ist, also mit einer lückenlosen Auflistung und Überprüfung aller Veranstaltungen von damals bis heute, vermutlich überfordert. Selbst jetzt 2024 kann niemand nachweisen, dass sich beispielsweise zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters nur lupenreine Demokraten im Publikum befanden. Eine Gesinnungskontrolle am Einlass beziehungsweise die Vorlage einer Parteimitgliedschaft ist bisher (noch) nicht vorgesehen. Es macht also einen elementaren Unterschied, ob man sich ganz bewusst und in Kenntnis der Lage in eine rechtsextreme Veranstaltung begibt, oder in einer Menge von Menschen befindet, deren politische Ausrichtung nicht bekannt ist. So ist es auch in Kaufhäusern, in Bus&Bahn, auf der Skipiste oder in der Diskothek, im Biergarten und so weiter.

Gut so!

Der leicht zu durchschauende Versuch der Süddeutschen Zeitung einen Veranstaltungsort de facto durch Diskreditierung zu vernichten, den man nicht haben möchte, um "Corona-Aufklärung“ zu verhindern, politisch Andersdenkende mundtot zu machen- oder neue Medien abzuwerten ist ein billiges Manöver. Die körperliche oder geistige Nähe zu AfD-Politikern oder zu Menschen, die eine werte-konservative Haltung einnehmen, ist legitim.

Wir wissen: Die stärksten Verächter der Elche sind meistens selber welche.

Sichtbar ist dieses Lehrstück in Sachen Framing vor allem, wenn man alternative Oppositionsmedien dem Zeitungsartikel gegenüberstellt. Für alle, die sich ausschließlich im Mainstream tummeln, erschließt sich die glasklare Absicht des Blattes aus München nur, wenn Worte wie "rechte Szene“ nicht mehr verfangen, und "Fachleute“ oder Politiker, die nicht namentlich genannt werden, nichts zur Sache tun.

Vergessen sind die Zeiten, in denen die Süddeutsche Zeitung für Journalisten in Deutschland ein Leuchtturm, und für Leser eine echte Alternative zu konservativen Druckerzeugnissen war, wie auch die taz. Längst hat sich die "Alpen-Pravda“ genau wie das Blatt von der Spree disqualifiziert, da an Regierungskreise hoffnungslos angebiedert, oder ist es umgekehrt?

Dennoch ist das Framing des Autors Bernd Kastner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es kann Existenzen vernichten, die des Pächters der Eventlocation "Weitblick“ zum Beispiel.

So zahlreich die Versuche der "MSM“ sind, immer wieder neue kleine "Wannsee-Konferenzen“ zu inszenieren, wie das private Treffen in Potsdam ja von den Qualitätsmedien schnell bezeichnet wurde, so zahlreich sollte auch der Versuch einer Einordnung durch die Oppositionsmedien wie stattzeitung.org sein, die diese Bezeichnung verdient.

Es ist ein mühsamer Weg, aber Journalisten fühlen sich ursprünglich der Aufklärung verpflichtet. Dem Denunziantentum hingegen nicht. Der schlimmste Mann im ganzen Land ist immer noch der Denunziant.

Lesen Sie, liebe stattzeitungs-Leserin, lieber stattzeitungs-Leser, hierzu auch den Artikel ""Potsdam-Light". Die Süddeutsche Zeitung mit bizarren Vorwürfen gegen den MWGFD." und sehen Sie sich das exklusive Interview mit Rechtsanwalt Philipp Kruse in "Philipp Kruse über Demokratie-Feinde. Über die WHO und Folter. Über die Freundschaft mit Maria Hubmer-Mogg, und ihre DNA." an.



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