Heute Heilbronn, morgen ganz Deutschland?

von Stef Manzini (Kommentare: 9)

  • Heilbronn steht auf! – und Heilbronn steht still!
  • Geht von Heilbronn endlich der ersehnte Weckruf für einen heißen Herbst aus?
  • Mittelstand, Spediteure, Bauern und Mut-Bürger ließen die Muskeln spielen.
  • 300 Brummis und Traktoren legten die Innenstadt für Stunden lahm.
  • Videos aus dem Assange-Truck und zur Lage der Spediteure und Brummi-Fahrer.
  • Kilometerlanger Konvoi aus Protest an der Ampelpolitik.
  • Mauterhöhung, WHO-Diktat, Migrationspolitik, Veranstalter formulierten exakt.
  • Hunderte Menschen vor der Bühne im strömenden Regen auf der Theresienwiese.
  • Organisatoren leisteten enormes, und sind überglücklich.
  • Stef Manzini auf der Bühne und im 40-Tonner mit Live-Reportagen.

Heilbronn steht auf!- und Heilbronn stand still, an diesem "Denkzettel-Samstag", dem 4. November 2023. Nichts ging mehr, der gesamte Verkehr stand über Stunden still in der 130.000-Einwohner-Stadt. Es rollten einzig und allein die Brummis. Es rollten insgesamt laut Polizeiangaben rund 300 Fahrzeuge, 40-Tonner, Recyclingfahrzeuge, Zugmaschinen, Traktoren. Lang. Laut. Unübersehbar. Unüberhörbar. Ein kilometerlanger Konvoi- Ausdruck des Widerstands gegen Mauterhöhung, Migrationspolitik, Gebäudeenergiegesetz (GEG), Preissteigerungen, WHO-Diktat- kurz gesagt gegen die Politik der Ampel-Regierung. "Ampelpolitik ruiniert dein Leben", so stand es im Aufruf der Veranstalter Sabine und Micha vom Bündnis "Heilbronn steht auf". Die Autofahrer wurden an diesem Samstagnachmittag auf eine harte Probe gestellt, die Polizei war freundlich, aber überlastet. Bemerkenswert waren jedoch die Passanten der Innenstadt. Sie hoben ihre Daumen, lachten, winkten- und zeigten so ihre Solidarität mit dem Protestzug. Der Aufruf der Heilbronner Initiative wurde gehört, statt der erwarteten 50 Fahrzeuge kam die sechsfache Menge von überall her aus dem gesamten Süden der Republik. Die Bühnenredner, allesamt Betroffene der so hart kritisierten Maßnahmen und Gesetze, die den Fuhrunternehmen eine Steigerung der Mautgebühren um über 80 Prozent zumuten- und den gebeutelten Gastronomen wieder die "Märchensteuer bei 19 Prozent", redeten "Tacheles". Hunderte harrten im strömenden Regen vor der Bühne aus- und Andi, LKW-Fahrer seit 20 Jahren und Initiator der "BKF pro" brachte Wetter und Anliegen humorvoll auf den Punkt: "Bei der Sch...., die die da in Berlin produzieren, hilft nur spülen, spülen, spülen." Von Heilbronn könnte ein Weckruf ausgehen, und der lautet: Bringt man den Widerstand der Straße mit den Brummi-Fahrern zusammen auf die Straße- und nimmt man sich dafür bundesweit jeden Monat eine andere Stadt vor, könnte dieser Protest zu einer Welle werden, die keinen Politiker mehr kaltlassen dürfte. Das Rezept dieses wahren Aufstands ist so einfach wie wirksam: Adressiert man alle Themen ganz konkret, die seit langem die Menschen auf die Palme bringen, bringt man sie auch zurück auf die Straße.

Transhumanismus und Elitendenken sind Fremdworte für Menschen, die aber ganz genau verstehen, was es heißt, selbst den Gürtel immer enger zu schnallen- und anderen bei einer Maßlosigkeit zuzusehen, die nicht mehr länger sprachlos machen darf. "Wenn ein Rentner die Früchte seiner Arbeit im Müll erntet... ist es Zeit für Veränderung", so stand es auf einem der Brummis, "R.I.P. (Ruhe in Frieden) Klein- und Mittelstand" auf einem anderen "Ist der Bauer tot Hungersnot". "WHO - Nein Danke", so plakatierte ein Landwirt seinen Traktor.

"Hier geht es nicht nur um Assange, hier geht es um die Gefahr für unsere Meinungs- und Pressefreiheit, also für die Demokratie selbst (Günter Wallraff)- so zu lesen auf dem "Assange-Truck" von der Spedition Markus Barth aus Laupheim, immer dabei, wenn es drum geht, Einsatz zu bringen, für Gerechtigkeit und Freiheit. Hier bringt sich auch die stattzeitung.org ein, Stef Manzini war eingeladen auf der Bühne eine der fünf Redner/innen zu sein. Dieser Einladung sind wir besonders gerne nachgekommen, denn ohne den Mittelstand und ohne die beherzten Brummi-Fahrer läuft gar nichts in diesem Land.

Sollte diese mächtige Stimme aus hunderten Hup-Hörnern wiederum ungehört verhallen und auf taube Ohren stoßen, bei denen, die verantwortlich sind für Lohndumping und den Ruin all dessen, was uns stark und hoffnungsvoll macht in unserem Land, dann sollten wir alle gemeinsam überlegen, ob wir nicht wirklich ernst machen und alle vier Wochen eine andere Stadt friedlich, freundlich aber mit Nachdruck lahmlegen. Mithilfe der beherzten Brummi-Fahrer, die so viel Verantwortung tragen, die alles sehen- und dafür sorgen, dass noch etwas läuft in diesem Land- oder eben gar nichts mehr, könnte es tatsächlich gelingen.

In authentischen Videos nehmen wir Sie wieder einmal mit in das Cockpit eines 40-Tonner-Giganten, an die Seite eines wahren Kapitäns der Landstraße Andreas Rothe. Hut ab vor den Veranstaltern und allen, die dabei waren und diesen Tag in Heilbronn zu einem mächtigen Statement machten.

Bitte lesen Sie hierzu auch den Kommentar "Gestern Heilbronn kann morgen Berlin sein.".



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Kommentare

Kommentar von Rein, Carola |

Ein ganz❤️liches Dankeschön an die Orga, an Heilbronn, die Brummifahrer, einfach an alle.
Es war MEGA 💪💪
Man hat den Zusammenhalt förmlichst gespürt.
Es war Gänsehaut pur ❤️❤️❤️
Auf jeden müssen wir diese Flamme, zu einem großen Feuer entfachen ☝️☝️
DANKE, DANKE, DANKE 😍😍😍

Kommentar von Heidi Leist |

Ich bin nur eine Kleinunternehmerin und arbeite einzig und allein für mich alleine und für mein tägliches Überleben...somit betrifft es mich auch und ich bin wahnsinnig dankbar, dass so viele Menschen beteiligt waren, auf die Straße zu gehen und für unsere Rechte zu kämpfen.
Vielen, vielen Dank für die Organisation...

Kommentar von Reiner Weller |

Danke, danke für die wundervoll Rede in Heilbronn 🙏

Kommentar von Hans Lenkawa |

Großartig. Danke an die Organisatoren und alle Teilnehmer. 🙏🙏🙏. Nur so geht’s. Wir müssen aufstehen, so kann es nicht weitergehen.

Kommentar von Caro |

Ich bin total begeistert von der Aktion und wünsche allen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Hoffentlich schließen sich noch viele an, damit wir ein Zeichen setzen und dann mit Sicherheit was bewirken können. Das Volk hat die Macht, es muss nur aufstehen.

Kommentar von Hein Armbruster |

Lebe seit Jahren im Ausland und habe somit gute Vergleichsmöglichkeiten über das Verhalten/Reaktion der Menschen bezüglich der aktuellen politischen Situation europa- wie auch weltweit. Bisher hielten sich die Deutschen sehr zurück und erzeugen fast alles ohne nennenswerte Proteste. Hoffe und wünsche, daß Heilbronn der Anfang ist um die deutsche Lage durch den Protest der eigenen Bevölkerung zu verbessern, wieder zu normalisieren. Hat mir sehr gut getan davon zu erfahren

Kommentar von Dieter Kobiah |

Der Westen kommt langsam vom Tiefschlaf in die Aufwachphase. Klasse Aktion.Ich arbeite auch in der Logistik im Südlichsten Teil von Deutschland und hier ist die Bevölkerung immer noch im Tiefschlaf. Die meisten erkennen oder wollen nicht erkennen was hier im Lande abgeht. Ich hoffe das ihr ein grandioses Feedback bekommt und viele Menschen euch folgen werden.

Kommentar von Rüdiger Kitzhaupt |

Ihr seid richtig gut. Wenn ihr das Gendern auch noch unterlasst, wäre das spitze. Nun kam die Sprachverhunzung erst im drittletzten Absatz. Sonst hätte ich schon früher aufgehört zu lesen. Wäre schade gewesen, da der Artikel und die Aktion in dieser Hampel-Zeit sehr wichtig sind.

Kommentar von Joachim Farkas |

Die Aktion in HN war super - leider bekommen die Menschen durch die Heilbronner Medien nur eine weichgespülte Version der Veranstaltung und deren Ziel zu lesen. Auf Anfrage bei der Reaktion erhalte ich keine Reaktion - Überraschung :-)
Übrigens: Gendern geht auch für mich - und meine Frau und meine Töchter und meinen Sohn nicht…
Habe den Vorschlag gemacht, die Trucker sollen mal 4 Wochen streiken - das dürfen Sie wohl aus Rechtsgründen nicht - schade. Das würde sicher Aufmerksamkeit erzeugen…

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