Zwei mal Drei sind Neun und ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

von Gastautor (Kommentare: 1)

Astrid Küger

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  • Geschlechtsbestimmung per Sprechakt.
  • Neues Gesetz wirft viele Fragen auf.
  • Feministinnen wehren sich gegen Männer in Umkleidekabinen.
  • Gender-Ideologie macht auch vor Frauenhäusern nicht halt.
  • Kein Grund für Ausgrenzung von Transpersonen.

Sind Sie heute noch ein Mann, aber morgen vielleicht eine Frau? Oder umgekehrt? Das können Sie per "Sprechakt" nun, so der Wille der aktuellen Bundesregierung, jährlich neu bestimmen. Was die Ampel da in ein neues Selbstbestimmungsgesetz gegossen hat, erhitzt die Gemüter, landauf und landab. Nicht neu, sondern sehr alt ist die Tatsache, dass es zwei Geschlechter gibt, und man, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in ein Geschlecht hineingeboren wird. Mann oder Frau.

Am 16. Juli sollte in Baden-Baden Eva Engelken, Juristin, Wirtschaftsjournalistin und Autorin von  "Trans*innen, nein danke" bei einer Veranstaltung von "Menschen haben eine Stimme" am "Blumebrunnen" mitten im Stadtkern zum Thema ihres Buches sprechen. Leider erkrankte die Autorin kurzfristig, und konnte diesen Termin nicht wahrnehmen.

Zu den Folgen eines sehr wenig durchdachten Gesetzes, ins Besondere für Frauen hat sich "Astrid Krüger", eine Feministin aus Baden-Baden, jetzt folgende Gedanken gemacht:  

Was für eine Welt erleben wir gerade? Ein Hype jagt den nächsten, man weiß oft gar nicht mehr, wohin man zuerst blicken soll und sowieso schon gar nicht mehr, was von all dem zu halten ist. Da werden wir aufgefordert, kein Fleisch mehr zu essen, weil klimaschädlich, oder weil die Tierhaltung unakzeptabel ist – nebenbei, Mehlwürmer, Schaben, oder Grillen sind natürlich kein Fleisch und wahrscheinlich dann ja auch keine Tiere, oder? - Wir sollen nicht mehr fliegen, wegen des CO₂-Ausstoßes, Auto fahren ist auch böse aus dem gleichen Grund. Geheizt werden darf künftig nur noch mit fossilfreien Heizgeräten wie Wärmepumpen, wegen des Gas- und Ölembargos gegen Russland. Alles verboten, nur zu welchem Geschlecht ich mich erklären möchte, kann ich noch selbst entscheiden. Diese scheinbare Wahlfreiheit wird uns gewissermaßen gönnerhaft gelassen.

Wer so eine Gender-Ideologie vertritt, und um eine solche handelt es sich zweifellos, vertritt die Zerstörung der Kategorie "Geschlecht", die ein wesentliches von vielen Merkmalen persönlicher Identität ist und vertritt auch die Zerstörung der Institution "Familie", wie wir sie kennen. Wenn jeder Mann sich zur Frau und jede Frau sich zum Mann erklären kann, dann haben Kinder plötzlich zwei Mütter, oder zwei Väter, die sie aber weiter als zum Beispiel die Person wahrnehmen sollen, von der sie geboren wurden, auch wenn diese Person jetzt ein Mann ist. Also können Väter plötzlich Kinder gebären, und so weiter. Wie sollen Kinder da noch Halt und Orientierung finden? Genderidentität soll die biologische Geschlechtsidentität, englisch "sex" ersetzen. Doch wer diesen ganzen Irrsinn auch nur mal hinterfragt, wird sofort als "transfeindlich" gelabelt.

Dazu werden die von Feministinnen in vielen Jahrzehnten erkämpften Schutzräume für Frauen und Kinder, wie etwa Frauenhäuser im Handumdrehen obsolet. Denn wenn sich ein Mann, der sich zuvor per Sprechakt zur Frau erklärt hat, Zugang zu diesen Schutzräumen bekommt, sind sie als solche nichts mehr wert. Wenn solche Personen jederzeit eine Frauentoilette oder Frauenumkleidekabine, beispielsweise in Sportstätten, betreten können oder in Sportwettkämpfen antreten dürfen, dann haben Frauen nichts zu gewinnen und gehen bei den Medaillen leer aus, das ist bereits gelebte Erfahrung.

Es ist gar keine Frage, wer sich in dem Körper, mit dem er oder sie geboren wurde, nicht wohlfühlt, sollte auf jeden Fall die Möglichkeit haben, das zu ändern, und zwar aus freien Stücken, und nicht deshalb, weil es gerade von der "woken" Bewegung "gehyped" wird. Denn es besteht der begründete Verdacht, dass diese Bewegung, wie schon viele zuvor, von einer im Hintergrund agierenden Klasse mit viel Geld und psychologischer Werbung nach vorne gebracht wird. Das Ziel ist dann aber nicht, wie vorgegeben, Minderheiten zu fördern und zu unterstützen, sondern unsere Gesellschaft in ihren Grundfesten zu zerrütten.

Wenn wahr wird, was die Bundesregierung kürzlich in ein Gesetz gegossen hat, dass jeder und jede per Sprechakt erklären kann, er oder sie gehöre nun zum jeweils anderen Geschlecht, weil sich die betreffende Person mal gerade so fühle, ist der Willkür Tür und Tor geöffnet. Geschlecht ist kein Gefühl, sondern eine manifeste körperliche Erscheinungsform, und das bereits seit 700.000 Jahren.

Geschlecht ist eine biologische und juristische Kategorie in unseren Gesetzen und Grundrechten, so war es zumindest bis jetzt. Die vom "Selbstbestimmungsgesetz" proklamierte "Gleichbehandlung" stellt aber in Wahrheit eine Grenzüberschreitung dar, die die Rechte von Frauen, besonders Lesben und Mädchen, auf körperliche und psychische Unversehrtheit nach Art. 2 Abs. 2 GG tangiert und massiv infrage stellt. Dazu kommt noch, dass ohne Einvernehmen der Frauen- und Lesbenszene einfach vorausgesetzt wird, dass Transpersonen sich unter deren bisher geschaffene Schutzräume und politischen Strukturen einordnen können, um den gleichen Schutz zu genießen. Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum, dass Transpersonen ausgegrenzt, oder diffamiert werden, sondern darum, dass die Frauenbewegung mit ihren erkämpften Institutionen gar nicht gefragt wurde, ob sie das so überhaupt möchte. Da wird einfach erwartet, dass man sich ins gemachte Nest setzen kann und willkommen geheißen wird, obwohl viele Bedürfnisse und Voraussetzungen ganz unterschiedlich sind.

Im europäischen Ausland, wie zum Beispiel in Spanien, Dänemark, oder Belgien regt sich bereits massiver Widerstand gegen diese Form der Gesetzgebung und zum Teil gibt es dort auch schon Erfolge, mancherorts wurde das Gesetz bereit wieder zurückgenommen. Wann beginnt dieser Widerstand in Deutschland? Frauen und Mädchen, wo seid ihr, wollt ihr diese Kröte wirklich schlucken?



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Kommentare

Kommentar von Stefanie Abt |

Pauschal allen Transfrauen zu unterstellen sie würden Frauenschutzräume unterwandern ist in etwa so wie zu behaupten alle Regierungskritiker seien Nazis, die gibt es zwar doch alle?
Da es ohne hin zu wenige Frauenhäuser gibt ist es vermutlich nicht leicht dort überhaupt Schutz zu finden denn die haben strenge Regeln zum Schutz der dort lebenden. Und abgesehen davon, hat eine wirklich bedrohte Transfrau kein Recht auf Unterschlupf? Und wer bedroht denn Frauen? Mir kommen da eher die aktuellen "Frauenrechtler" mit ihrem mittelalterlichen Wertekanon in den Sinn. Um die Gesellschaft in die Ecke zu treiben und zu unterdrücken bedarf es nun wirklich keiner Transideologie auch wenn es diese wohl vermutlich tatsächlich gibt. Weder die mittelalterliche Kirche noch das Dritte Reich oder China nach der Revolution mussten sich einer solchen bedienen und doch war die Knechtschaft beinahe perfekt. Was die bedrohte Familie betrifft, so ist sie doch selbst Produkt und Ikone einer perfiden Unterdrückungsideologie nur eben so gewöhnt, dass es den Wenigsten überhaupt auffällt. Wofür benötigen wir eine in Vaterschaftslinie geführte Familie denn eigentlich? Wenn nicht um die Kontrolle weiblicher Fortpflanzungsfähigkeit zu recht fertigen? Es ist bei leibe nicht so das die Familie wie sie hier gelebt wird in allen Kulturen und zu allen Zeiten das Maß aller Dinge war. Es gibt unzählige alternative Modelle wie es möglich ist, dass Kinder die Geborgenheit und Unterstützung bekommen die sie benötigen, und dass ohne das regulierende eingreifen eines Staates - Stichwort Sozialismus. Abgesehen davon, ist die Familie wie sie so gerne propagiert wird in der Praxis in der Lage das zu leisten was ihr in ideologischer Glorifizierung unterstellt wird? Schon mal daran gedacht das die aktuelle Situation der letzten Jahr(hundert)e überhaupt erst dazu geführt hat das Männer emotional und emphatisch derartig entgleisten das es nötig ist Schutzräume für Frauen ein zu richten? Welche Werte sollen da für wen erhalten werden und wer profitiert davon? Zu wessen Vorteil hat sich eine Situation etablieren können die zur Besserstellung weniger, nicht ausschließlich doch hauptsächlich männlicher, Akteure geführt hat und zur Unterdrückung und Ausgrenzung von Frauen und sämtlicher nicht konformer Randgruppen? Wo ist hier die Ideologiekritik?

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