AfD-Fans in Dantes innerem Höllenkreis.

von Stef Manzini (Kommentare: 0)

Meinung

Wie im inneren Höllenkreis von Dantes "Inferno" mögen sich rund 500 AfD-Fans gefühlt haben, die stundenlang vor dem GZH in Friedrichshafen anstanden- und sich dabei von einer Gruppe von rund 30 selbsterklärten linken Antifaschisten anschreien lassen mussten. Unsere Parteigänger sind einiges gewohnt und können einiges einstecken, sagte dazu an anderer Stelle einmal Alice Weidel, die zusammen mit Götz Frömming und Malte Kaufmann in die Bodenseestadt gekommen war. Würde man ohne mit der Wimper zu zucken dafür eintreten, dass sich auch Andersdenkende im Rahmen von AfD-Veranstaltungen Gehör verschaffen dürfen, war das Spektakel an wüsten Beleidigungen in infernalischer Lautstärke schlicht inakzeptabel. Das massive Polizeiaufgebot hielt sich am Rande, und der verantwortliche Beamte, März, bügelte jeden Versuch zur Reduktion der Lautstärke mit der Begründung ab, es handele sich bei 70 Dezibel alles noch im grünen Bereich. Nicht nachvollziehbar, aber hinzunehmen. Mit wieviel Dezibel Beleidigungen wie "Alice Weidel ist Scheiße, die AfD ist Scheiße, alle Leute hier sind Scheiße", aus den Lautsprecherboxen dröhnten, war für die Wartenden nicht zu überprüfen. Ein älterer Herr sprach mit März, und sagte, er könne aufgrund seiner Hörgeräte nun nicht mehr bleiben und fühle sich durch die linken Chaoten massiv genötigt. Auch das verhallte vor den (schon tauben?) Ohren des Polizeibeamten März.

"Oberschwaben ist bunt" stand auf einem Plakat der Truppe, die ein Hoch auf die internationale Solidarität skandierte, und dem Fotografen der stattzeitung.org den Stinkefinger zeigte. Michael von Lüttwitz stellte daraufhin Strafantrag gegen den Versammlungsleiter dieser "Demonstration", der sich offensichtlich wenig im Griff hatte. "Intelligente" und äußerst "kreative" Sprüche wie "Kannibalismus gegen Faschismus", begleiteten die Veranstaltung, und waren immer noch zu hören, als die Teilnehmer nach Stunden wieder aus der Halle kamen.

Wäre einer der sich selbst in der Rolle der "schreiende Chaoten" unglaublich gut gefallenen, überwiegend jungen Menschen, mit T-Shirts der "Omas gegen Rechts" in den Saal der "AfD" gekommen, hätte er sich vermutlich verwundert die Augen gerieben, weil keiner der dort auftretenden demokratisch gewählten Bundestagsabgeordneten sich im Ton vergriff, wie diese "Schreihälse" es stundenlang taten. Aber um eine tatsächliche inhaltliche Auseinandersetzung ging es auch diesmal, wie so oft, nicht.

Alice Weidel und ihre beiden Bundestagskollegen kamen direkt von der Tiefgarage in den Veranstaltungsort, ihnen blieb also das Geschreie erspart. Die Gäste des Abends, die sich aufgrund der peniblen Personenkontrollen lange in Geduld üben mussten, und zum Teil als der Saal voll war, sogar abgewiesen werden mussten, hatten dieses Glück nicht.

Die AfD liegt zur Zeit im Bundestrend im Aufwind bei 17 Prozent, das mag die Einen freuen, den Anderen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Was auch immer, wer auch immer die angeblich ach so bunten Gegendemonstranten zu ihrem skandalösen Auftritt motiviert hat, dem möchte man jedenfalls nicht näherkommen, soviel ist sicher. Und Unterhalt bezahlen (falls) möchte man denen auch nicht, aber sie werden ja meist gut finanziert. Wie auch die "Klimakleber"... Wer am vergangenen Freitag in Friedrichshafen vor Ort war, konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass eine AfD-Veranstaltung immer noch ein Passierschein für eine andere Art eines Mobs ist, den die meisten Menschen in Deutschland aber so auch nicht haben wollen. Gut in Erinnerung sind die ausgebrannten Autos und zerschlagenen Fensterscheiben der Maikrawalle in Berlin und Hamburg, und die handfesten Übergriffe der "Antifa" auf Demonstrationen. Menschen, die sich über verbale Entgleisungen mancher AfD-Politiker zu Recht aufregen, sollten sich auch über die wüsten Attacken entrüsten, denn oft folgt auf den verbalen Angriff der tätliche. Wir sollten uns alle zusammen dafür einsetzen, dass der demokratische Rahmen der Meinungsfreiheit für alle gilt- und diejenigen nicht tolerieren, die ihn nach ihrem Geschmack zweckentfremden, um ihren eigenen Frust loszuwerden.

Lesen Sie hierzu auch gerne den s!!z-Bericht "Volksnahe Staatsführung statt "Ideologie-Politik"."



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